„Ritual abuse and mind control is happening.“

„Ritual abuse and mind control is happening. (…) Each case is a mini-Holocaust of torture.“ Joseph Schwartz, training therapist and supervisor at „The Bowlby Centre“, London

Die reaktionären, antiaufklärerischen Kräfte in Deutschland gewinnen, wie man weiß, immer mehr an Boden, so daß das gesellschaftliche Klima immer rauer wird. Davon profitieren natürlich auch all jene Organisationen und Kreise, die dafür verantwortlich sind, daß organisierte Formen der Gewalt wie „Mind-Control“ (Definition weiter unten im Essay) und „rituelle Gewalt“ auch hierzulande existieren. Sie profitieren davon, weil es in einem Klima der Angst und des Hasses leichter ist, die Erfahrungsberichte Betroffener in der Öffentlichkeit zu diskreditieren – etwa, indem sie behaupten, es handle sich bei diesen Berichten um nichts weiter als um die Einbildungen phantasiebegabter Irrer – und den Prozeß der Aufklärung über diese organisierten Formen der Gewalt, die dazu dienen, „Menschen mental zu versklaven“ (H.U. Gresch), zu verlangsamen.
Und nicht nur das. Es erleichtert diesen Kreisen leider auch das heimliche und unmittelbare Vorgehen gegen Betroffene. Durch die systematische Ausübung von Psychoterror beabsichtigen sie zum Beispiel, die Betroffenen zu retraumatisieren und so für immer zum Schweigen zu bringen.

Ich gebe hiermit  bekannt, daß ich zur Zeit selbst von einer solchen schwerkriminellen Gruppe terrorisiert werde. Sollten meinen Freunden oder Familienangehörigen in Zukunft irgendwelche unschönen Dinge widerfahren, oder sollten sie sogar bedroht oder terrorisiert werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, daß dies von eben jenem Personenkreis verursacht wird, der mir – als einem, der selbst einer Mind-Control-Programmierung unterzogen wurde -, nunmehr schon seit geraumer Zeit zusetzt. Diese Bekanntmachung habe ich an all jene Institutionen versendet, die an der Aufklärung über rituelle Gewalt beteiligt sind. Zudem habe ich die Hintergrundinformationen über „meinen Fall“ bei verschiedenen Personen hinterlegt.

Allen, die mehr über „Mind-Control“ und „rituelle Gewalt“ wissen wollen, seien folgende Seiten empfohlen: die Seite des Vereins Lichtstrahlen Oldenburg e.V. , die Seite des Infoportals Rituelle Gewalt und die Seite endritualabuse der US-amerikanischen Psychologin Ellen P. Lacter.
Zudem füge ich einen Essay an, in dem ich die Phänomene rituelle Gewalt und Mind-Control in einen Zusammenhang mit dem in der westlichen Welt seit Jahrtausenden gesellschaftlich sanktionierten Kindesmißbrauch stelle. Ich beziehe mich in diesem Essay auf drei wissenschaftlich fundierte Arbeiten: 1) auf das Buch Hypnose. Bewußtseinskontrolle. Manipulation des Psychologen Hans Ulrich Gresch, dessen in diesem Buch getroffene Kernaussage ich voll und ganz bestätigen kann, 2) auf Alice Millers Arbeit Du sollst nicht merken und 3) auf das Buch Ritual Abuse and Mind Control, The Manipulation of Attachment Needs, das vom renommierten „Bowlby Centre“ herausgegeben wurde und in wissenschaftlicher Hinsicht wohl mit zum besten gehört, was über diese Thematik veröffentlicht wurde.

1
„(…) Damit bin ich bei einem zentralen Punkt für mein Thema angelangt: dem allgegenwärtigen, im Namen der Erziehung gesellschaftlich sanktionierten Kindesmißbrauch in der westlichen Welt.
Wer glaubt, daß die Methoden der „Schwarzen Pädagogik“ der Vergangenheit angehören, irrt gewaltig. Nie zuvor gab wissenschaftlich ausgefeiltere Methoden als heute, Kinder zu dressieren, also ihren Willen zu brechen und ihr „wahres Selbst“ durch ein „falsches Selbst“ (A. Miller) zu ersetzen. Zunächst eine Begriffsklärung. Alice Miller schreibt: „Unter der Schwarzen Pädagogik verstehe ich eine Erziehung, die darauf ausgerichtet ist, den Willen des Kindes zu brechen, es mit Hilfe der offenen oder verborgenen Machtausübung, Manipulation und Erpressung zum gehorsamen Untertan zu machen.“
Das trifft es im Kern genau, auch wenn die Ziele mancher Organisationen darüber hinausgehen, zum Beispiel jene des Militärs, der Geheimdienste oder auch jene verschiedener destruktiver (Psycho-)Sekten und Kulte. Denn mit der Art von Dressur, die man im angelsächsischen Sprachraum torture-based mind control nennt, folterbasierte Bewußtseinskontrolle, will man aus Menschen nicht „bloß“ gehorsame Untertanen machen, sondern hörige Sklaven, die derart „programmiert“ sind, daß sie den in ihr Unbewußtes eingepflanzten Befehlen auch dann marionettengleich gehorchen, wenn es sie das Leben kostet oder wenn sie dafür ihre Integrität opfern müssen.
Es versteht sich von selbst, daß alle Organisationen und Institutionen, die Mind-Control-Experimente an Menschen durchgeführt haben und auch weiterhin durchführen, vehement abstreiten, derlei getan zu haben und zu tun; tatsächlich geschieht es aber, stets unter Ausschluß der Öffentlichkeit und häufig auch im Namen der „nationalen Sicherheit“!
Und weshalb geschieht es? Es existieren viele Motive, die solche Gruppen antreiben; ich will hier nur auf eines näher eingehen. Während des Kalten Krieges war das Militär überaus interessiert daran, auf ein Kontingent willenloser Befehlsempfänger zurückgreifen zu können, die man bei Bedarf auch in ein nuklear kontaminiertes Gebiet entsenden kann. Überhaupt das Militär: Seitdem man im Ersten Weltkrieg die Erfahrung gemacht hatte, daß viele Soldaten den Belastungen der modernen Kriegsführung an der Front nervlich nicht standhalten, weil sie binnen kurzem traumatisiert werden, ging man dazu über, militärische Spezialeinheiten zu entwickeln – die „SS“ war eine solche Spezialeinheit -, die auch noch unter den unmenschlichsten Bedingungen zuverlässig funktionieren soll(t)en (ausführliche Informationen zum Thema Mind-Control im Buch Hypnose, Bewußtseinskontrolle, Manipulation von Hans Ulrich Gresch, Teil 5: „Bewußtseinskontrolle im Kalten Krieg“).

Da es alles andere als einfach ist, ein Individuum in einen hörigen Sklaven zu verwandeln, beginnt man mit der Durchführung der folterbasierten Mind-Control so früh wie möglich, meint: Man setzt dieser brutalsten aller Dressurformen in der Regel bereits Kinder im Kleinkindalter aus. Was das für die Betroffenen bedeutet, kann man sich unschwer vorstellen: die Hölle auf Erden, das Über-sie-Hereinbrechen einer ununterbrochenen Abfolge schwerster psychophysischer Traumatisierungen.
Die „Bewußtseinskontrolleure“ (Gresch) – Ärzte, Psychiater und andere „Psychospezialisten“ – brechen in den Geist ihrer Opfer ein und zersplittern bzw. spalten das erst rudimentär entwickelte Selbst des Kindes in verschiedene Persönlichkeitsfragmente – „ego-states oder self-states“ genannt -, um diese ihren Wünschen entsprechend zu dressieren. Anschließend werden die dressierten Persönlichkeitsfragmente durch amnestische Barrieren vor der Entdeckung durch das Wach- bzw. durch das Ichbewußtsein des Kindes und späteren Erwachsenen geschützt. Dadurch wird sichergestellt, daß die bewußte Alltags- oder „Frontpersönlichkeit“ (Gresch) des Opfers von der an ihr vorgenommenen Mind-Control-Programmierung nichts ahnt und dem Anschein nach ein ganz „normales Leben“ führt.
In Wirklichkeit wird das Verhalten der Opfer aber von den dressierten und im Unbewußten verborgenen Persönlichkeitsfragmenten bestimmt, den schwertraumatisierten, gänzlich von Angst beherrschten Anteilen, die den Opfern in der Regel nur ein Leben auf Sparflamme erlauben, weil sie diese etwa dazu nötigen , einen Teil ihrer Gefühle fortwährend zu unterdrücken. Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Mind-Control-Programmierung besitzen diese Anteile außerdem die Macht, das Kommando über die Front- bzw. Ichpersönlichkeit an sich zu reißen und diese dazu zu zwingen, die von den Bewußtseinskontrolleuren im Zuge der Dressur eingepflanzten Befehle auszuführen, ohne daß sich die Ichpersönlichkeit daran später erinnern kann.

2
Weil die Bewußtseinskontrolleure bei der Dressur eine Vielzahl ausgeklügelter Foltermethoden anwenden (vgl. die Definition der Mind-Control weiter unten), ist es keine Übertreibung, Mind-Control-Programmierungen in ihrer Grausamkeit mit den Menschenversuchen der Nazis zu vergleichen. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben die Nazis sogar selbst Mind-Control-Experimente an Kindern und Erwachsenen durchgeführt. Wenn dem so ist, dann darf es als sicher gelten, daß das amerikanische Militär die Aufzeichnungen der Nazis über diese Experimente an sich gebracht und ausgewertet hat. Darauf aufbauend, hat die CIA seit den 50ern dann selbst umfangreiche Mind-Control-Experimente durchgeführt – etwa im Rahmen des „Gehirnwäscheprojekts“ MKULTRA -, setzt diese höchstwahrscheinlich bis heute fort.
Viele der Mind-Control-Spezialisten – Psychowissenschaftler, Ärzte, Führungsoffiziere -, die hochrangige Funktionen bekleiden, halten sich nicht nur für eine auserwählte Elite, sondern stufen die Mind-Control-Programmierung auch als das beste, weil effektivste „Traingsprogramm“ der Welt ein, um aus dem schwachen und unbeständigen „Tier Mensch“ eine knallharte, sich jeder Situation blitzschnell anpassen könnende „Kampf- und Tötungsmaschine“ oder, je nach Eignung und Bedarf, einen vollends emphatielosen „Herrenmenschen“ – etwa einen skrupellosen Führungsoffizier – zu machen (wer die Dressur nicht durchsteht, der taugt halt nichts). Einige sind sogar stolz darauf, ihren Kindern die „Teilnahme“ an einem solchen Programm ermöglichen zu können (ja, so krank kann man sein!).
Derartige Gruppen existieren selbstverständlich nicht nur in den USA, sondern fast überall in der westlichen Welt. Sie spielen Gott und lieben es, im Geheimen zu operieren, obskure Geheimgesellschaften und destruktive Kulte zu gründen, sich in dunkle Roben zu hüllen, blutige Rituale durchzuführen. Ernst Jünger hat diesen Typus treffend charakterisiert: „(…) Ihm war die kalte, wurzellose Intelligenz eigen und auch die Neigung zur Utopie. Er faßte wie alle seinesgleichen das Leben als ein Uhrwerk auf, und er erblickte in Gewalt und Schrecken die Antriebsräder der Lebensuhr. Zugleich erging er sich in Begriffen einer zweiten und künstlichen Natur, er berauschte sich am Dufte nachgemachter Blumen und den Genüssen einer vorgespielten Sinnlichkeit. Die Schöpfung war in seiner Brust getötet und wie ein Spielwerk wiederaufgebaut. Eisblumen blühten auf seiner Stirn. Wenn man ihn sah, mußte man an den tiefen Ausspruch seines Meisters denken: ,Die Wüste wächst: weh dem, der Wüsten birgt!‘(…)“
Eisblumen blühen auf ihrer Stirn! Und man darf hinzufügen: Das eigentliche Ziel dieser Unmenschen ist die totale Verwüstung der menschlichen Natur, um auf den Trümmern ein von ihnen kreiertes vollends destruktives inneres Kontrollsystem zu errichten, durch das der Geist in Ketten gelegt werden soll.

Eines der Opfer vertritt die Ansicht, daß die meisten Techniken noch nicht ausgereift seien, sich noch im Versuchs- und Entwicklungsstadium befänden – und bezeichnet sich und die anderen Opfer daher als menschliche Versuchskaninchen. Wie weit die Mind-Control-Methodik inzwischen gediehen ist, wie erfolgreich die Bewußtseinskontrolleure heute darin sind, aus einem Menschen einen hörigen Sklaven zu machen – wer vermag das schon einzuschätzen? Eines sei jedoch zur Beruhigung gesagt: Den Persönlichkeitskern ihrer Opfer können sie nicht zerstören! Gresch führt aus: „(…) Das Opfer einer Bewußtseinskontrolle durch Persönlichkeitsspaltung ist also kein Roboter im technischen, sondern nur im fiktiven Sinn. Es unterwirft sich der Fiktion, ein Sklave ohne eigenen Willen zu sein, weil dies subjektiv die einzige Möglichkeit ist, lebenslänglicher Folter zu entgehen.“
Das Thema torture-based mind control würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen; daher sei abschließend die folgende umfassende Definition der US-amerikanischen Psychologin Ellen P. Lacter wiedergegeben, einer Expertin auf dem Gebiet komplexer Traumatherapie (ich bitte um Verständnis dafür, daß ich den Text im Original wiedergebe). „I define torture-based mind control as the systematic application of 1) acute torture, including pain, terror, drugs, electroshock, sensory deprivation, oxygen deprivation, cold, heat, spinning, brain stimulation, and near-death, and 2), conditioning, including coercive hypnosis, directives, illusions (staged tricks, film, stories), spiritual threats, manipulation of attachment needs, and classical, operant, and fear conditioning, to coerce victims to form altered mental states, including a) hyper-attentive blank slate (tabula rasa) mental states that arise spontaneously in response to perceived threat to physical survival, and are completely attuned to external stimuli, ready to do what-ever is needed to survive; b) self-states that spontaneously form in response to threat to psychic survival, that is, levels of mental anguish that exceed the tolerance of all previously existing ego-states, and that are mentally registered apart (dissociated) from previously existing ego-states; c) ego-states that develop more gradually through conditioning, all three of which are subjected to programmer strategies to define, control, and install within them perceptions, beliefs, fear, pain, directives, information, triggers, and behaviours, to force victims to do, feel, think, and perceive things for the purposes of the programmer, including execution of acts that violate the victims volition, principles, and instinct for self-preservation, and to cause ego-states that usually have executive control of mental functions (the host, front, or apparently normal personality) to have no conscious memory for the torture, conditioning, programming, controlled ego-states, or executed programmed behaviours. (…)“

3
Vielleicht wundert sich jemand darüber, weshalb ich ein scheinbar abseitiges Gebiet wie die Mind-Control in diesem Buch überhaupt thematisiere? Aus verschiedenen Gründen. Um darauf hinzuweisen, daß Institutionen wie die Geheimdienste geltendes Recht im Namen der nationalen Sicherheit fortwährend brechen, auch im Inland. Um einen Eindruck davon zu vermitteln, wie weit die Methoden inzwischen gediehen sind, die menschliche Natur wissenschaftlich-technisch zu manipulieren und zu verwüsten und durch eine künstliche „zweite Natur“ zu ersetzen.
Um zu zeigen, daß manche der Menschenversuche, wie sie von den Nazis in den KZs durchgeführt wurden, nicht etwa der Vergangenheit angehören, sondern unter veränderten Vorzeichen in den westlichen Zivilisationen fortgeführt werden, auch an Kindern! Um zu veranschaulichen, welch einen ungeheuren Aufwand gewisse Organisationen betreiben, gerade auch in finanzieller Hinsicht!, um Menschen in empathielose Killermaschinen – sog. Manchurian Candidates – zu verwandeln.
Vor allem aber, um darauf aufmerksam zu machen, daß es sich bei den Mind-Control-Experimenten nicht etwa um die Machenschaften einiger durchgeknallter Dunkelmänner handelt, also um eine vernachlässigbare Ausnahmeerscheinung in unserer Gesellschaft, wie man vielleicht glauben oder hoffen mag; sondern um die ekle Spitze des gesellschaftlich organisierten Kindesmißbrauchs in der Hypermoderne, um einen der vielen Auswüchse jenes seit Jahrtausenden im Namen der Erziehung gesellschaftlich sanktionierten und exekutierten Kindesmißbrauchs in der westlichen Welt.
Wie grausam die Mind-Control-Techniken auch sind, wie unvorstellbar sadistisch und geradezu abartig das alles auch ist, diese Art des Kindesmißbrauchs ist, im großen ganzen gesehen, nicht mehr als die konsequente Fortsetzung, Systematisierung, Perfektionierung all jener in unserem Kulturkreis von Anfang an tief verwurzelten Erziehungs- oder vielmehr Dressurmethoden, die dazu anleiten, „(…) so früh wie möglich dem Kind seinen Willen zu nehmen, seinen Eigensinn zu bekämpfen, und es immer im Gefühl der eigenen Schuldigkeit und Schlechtigkeit zu belassen (…)“; denn, wie es in einer „Erziehungsschrift“ von 1748! ganz unverblümt heißt: „(…) Die Kinder vergessen mit den Jahren alles, was ihnen in der ersten Kindheit begegnet ist. Kann man da den Kindern den Willen nehmen, so erinnern sie sich hiernach niemals mehr, daß sie einen Willen gehabt haben.“
Bei diesen Worten treten auch dem heutigen Bewußtseinskontrolleur vor Freude die Tränen in die Augen.

Um es zuzuspitzen: Der im Namen der Erziehung gesellschaftlich sanktionierte und organisierte Kindesmißbrauch gehört zur westlichen Zivilisation wie das Amen zur Kirche, wurde in der von Philosophen und Historikern traditionell verklärten „abendländischen Kultur“ von Anfang an kultiviert und bildet gleichsam den häßlichen „Bodensatz“, auf dem sich das europäische Patriarchat überhaupt erheben konnte (daß dies auch für andere Kulturkreise gilt, ist sonnenklar, interessiert hier aber nicht).
Auch wenn man es nicht wahrhaben, nicht ertragen will, es hilft nichts: der gesellschaftlich exekutierte Kindesmißbrauch – also die Opferung des Kindes für die Bedürfnisse, Zwecke und Interessen der Eltern und der Gesellschaft (für gewöhnlich stimmen die Wertvorstellungen und Interessen der Eltern mit den Wertvorstellungen und Interessen einer spezifischen Gesellschaftsschicht überein) – war und bleibt die psychophysische Grundvoraussetzung für das reibungslose Funktionieren der in der westlichen Hemisphäre zur Herrschaft gebrachten Moralen. Ob man die Wertesysteme der hellenisch-römischen Herrenmoral, der christlichen Doppelmoral oder der Hybridformen der Moral (vgl. Wir sind Krise, Band I) heranzieht, psychologisch gesehen setzte bzw. setzt ihr Funktionieren immer den organisierten Kindesmißbrauch voraus, weil nur dadurch gewährleistet wird, daß das „wahre Selbst“ – das Ganzheitsempfinden des Kindes, „die Ganzheit seiner Gefühle“ (Alice Miller) – zuverlässig in mindestens zwei feindlich entgegengesetzte psychische Dimensionen aufgespalten wird, ins Über-Ich und ins Es bzw., in krasseren Fällen, in mehrere ego-states. Nur so konnte es gelingen und gelingt es, derart widernatürliche Wertvorstellungen wie „das Weibliche ist schlecht“ (hellenisch-römische Herrenmoral) oder gar „die wirkliche Welt ist böse“ (christliche Doppelmoral) dauerhaft in der Psyche eines Individuums zu verankern und in diesem die Überzeugung hervorzurufen, daß diese gewaltsam eingepflanzten Wertvorstellungen zu seiner Natur gehören.
Es gilt: Der gesellschaftlich organisierte Kindesmißbrauch ist das Gleitmittel für das Funktionieren des Patriarchats und des kapitalistischen Systems. Denn die psychophysische Wirksamkeit der in unserem Kulturkreis zur Herrschaft gelangten moralischen Imperative/Werte/sozialen Normen beruht immer schon auf der im Namen der Erziehung vom Kollektiv auf psychischer Ebene vollzogenen Traumatisierung und dauerhaften Dissoziierung von Kindern.