Das „Berlin Last Masters“

Der Himmel über Berlin, Öl auf Holz, revo

Das „Berlin Last Masters“ ist ein zynischer Spaßevent, der die hierzulande herrschenden politisch-ökonomischen Verhältnisse anschaulich zum Ausdruck bringt.
Es handelt sich dabei um ein Golfturnier, das ausschließlich für Reiche und Superreiche aus aller Welt ausgerichtet und im innerstädtischen Bereich in Berlin durchgeführt wird.

Zwischen Zoologischem Garten und Rotem Rathaus wird für die Dauer des Turniers ein geeigneter Parcours  abgesteckt. Dieser führt durch den Tiergarten und entlang der Straße des 17. Juni vorbei am Brandenburger Tor hin zum Rotem Rathaus. Der Abschlag erfolgt auf dem Dach des
Europa-Centers.

Der Bereich wird während des Turniers geräumt und streng abgeschottet. Als Zuschauer sind nur handverlesene VIPs und Journalisten zugelassen.
Exklusiver Verkauf der Senderechte an den meistbietenden Sender. Werbung und Marketing übernimmt die Gesellschaft „Partner für Berlin“. Teilnehmerzahl: 50. Teilnahmegebühr: 1.000.000 €.

ArtTrain. Zeitgenössische Kunst zum Thema „Nationalismus und europäische Kultur“

ArtTrain …

 

… ist Kunst.

… ist Kunst in Bewegung.

… ist interantinational ausgerichtet.

… ist ein gesamteuropäisches Kunstprojekt.

… dient der Idee eines politisch und geistig vereinten Europa.

… thematisiert das Spannungsfeld zwischen nationalen und europäischen Identitäten.

… bejaht die Schaffung einer europäischen Kultur.

… ist Symbol.

 

› Ausgangsfrage

Wie sieht ein ungewöhnliches zeitgenössisches Kunstprojekt zum Thema „Nationalismus und europäische Kultur“ aus?

Lösung

Die Exponate werden in einem Hochgeschwindigkeitszug gezeigt, im ArtTrain. Entsprechend müssen sie von den Künstlern so gestaltet werden, daß sie in den mit Kunst zu bespielenden Bahnwagen präsentiert werden können. Die Ausstellung wird in der Mitte des Zuges platziert und muß begehbar sein, weshalb nur Wagen ohne „Innenausstattung“ – ohne Bestuhlung usw. – für die Präsentation in Frage kommen. In den Wagen wird ein „Kunst-Parcours“ abgesteckt, etwa durch den Einbau von Raumteilern.

Das Projekt ArtTrain ist Symbol! Es dient der Idee eines vereinten – auch eines geistig noch zu vereinenden – Europa und bezieht Stellung gegen den in den Ländern der EU um sich greifenden Nationalismus und Faschismus.

Die Ausstellung wird in Brüssel eröffnet, wo auch die Abschlußveranstaltung stattfindet. Die Route, die der Zug von Brüssel aus nimmt, hängt davon ab, welche Partnerländer sich am Projekt beteiligen.
Im Rahmen der Abschlußveranstaltung wird die Dokumentation des Projekts präsentiert. Zur Abschlußveranstaltung gehört auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie zu einer europäischen Kultur gelangen?“

› Vorgaben an die Künstler

Das Thema soll entsprechend der in den Wagen herrschenden Bedingungen künstlerisch umgesetzt werden. Die Künstler sowie die Wissenschaftler und Philosophen, die an der Abschlußveranstaltung beteiligt sein sollen, werden durch die beteiligten Partner(-Länder) im Vorfeld durch eine öffentliche Ausschreibung ermittelt. Alle europäischen Künstler können einen Entwurf einreichen.

 

© Wort & Konzept Richard Jecht, das Konzept „ArtTrain“ ist urheberrechtlich geschützt

 

 

 

 

 

 

 

 

der „grammatikalisierte mensch“

früher gab es zeitungen, und was darin stand, hat einen geistig nicht gesättigt: „Sie erbrechen ihre Galle und nennen es Zeitung.“ (Nietzsche)
heute gibt es darüber hinaus die medien „fernsehen“ und das „world wide web“, und das verlangen nach geistig relevanter kost ist noch größer geworden.
schon morgen wird es vielleicht niemanden mehr geben, der in der lage ist, ein solches verlangen verspüren zu können.

den menschlichen denkmaschinen, die im gehäuse der wissenschaft und im regelwerk der sprache zu hause sind, geht das freilich am arsch vorbei. sie haben mit gefühlen und instinkten und dem ganzen „irrationalen scheiß“ nichts zu schaffen, blicken mit verachtung auf den instinktiv-emotional-geistigen menschen herab. als musterknaben des rationalen denkens sind sie schon in ihrer jugend bei der „alten vettel grammatik“ brav in die schule gegangen und haben dort gelernt, wie sie es ihr besorgen müssen, damit denk- und textmäßig alles einwandfrei flutscht. mancher wird es nur ungern hören, aber die wahrheit ist, daß die meisten denker der grammatik, der „kalten zuchtmeisterin des richtigdenkens und richtigschreibens“, ein leben lang die fotze geleckt haben, manche durchaus virtuos und mit großer hingabe.

so wurden sie zu „grammatikalisierten menschen“, zu radikalen verfechtern und erfüllungsgehilfen der im westen etablierten, vollends durchregulierten sprach- und denkweise, und also auch zu verfechtern der in diesem kulturkreis herrschenden gesinnungen und ideologien. nietzsche ist dieser zusammenhang immerhin aufgefallen, als er schrieb: „Die Grammatik ist die Metaphysik des kleinen Mannes.“ doch auch der philologe nietzsche hatte sich der grammatik verschrieben, notgedrungen.

und wie geht das zusammen, „grammatiknazi“ (satiremagazin TITANIC) und revolutionär sein?

anyway, das regelwerk des richtigschreibens und richtigdenkens ist etwas, das im wirklichen leben überwunden werden muß. denn die regeln der herrschenden sprache sind nichts als die ketten, an die unsere wahrnehmung geschmiedet ist, die ketten, die dafür sorgen, daß wir nur einen ausschnitt der wirklichkeit wahrnehmen können, ja daß wir die wirklichkeit immer nur den herrschenden sprachkonventionen gemäß wahrnehmen.