Bücher für Alle & Keinen. Manifest

1. In der Reihe Bücher für Alle & Keinen wird philosophische Literatur für freie Geister verlegt. Die Wahl des Namens erfolgt ausdrücklich nicht, um die hier versammelten Schriften auf eine Stufe mit Nietzsches Werk zu stellen; sie erfolgt vielmehr um kenntlich zu machen, daß die Texte jenseits von links, rechts und bürgerlicher Mitte angesiedelt und „derartig speziell sind, daß wir keine Fantasie entwickeln können, wie wir sie dem Buchhandel und den Medien ‚verkaufen‘ können“ (aus dem Antwortschreiben eines Verlegers, vgl. Absatz 2.).
Es werden drei philosophische Arbeiten des Autors Richard Evo verlegt: der Wissenschaftsessay Wir sind Krise, eine fundamentale System- und Moralkritik; das Buch Abrakadabra, der Avatar bin ich. Ein philosophisch-satirischer Beitrag zur „fröhlichen Wissenschaft“ sowie die Trilogie Wandlung. Eine philosophisch-poetische Trilogie.

„Richard Jecht alias Richard Evo schreibt gegen eine 2000jährige Geschichte, und er schreibt in dieser. (…)“ Dr. phil. Jürgen Friedrich, Berlin

2. Sämtliche Texte sind moral-, ideologie- und gesellschaftskritisch und kreisen in je spezifischer Weise um das Thema „Spaltung des Selbst in verschiedene Persönlichkeitsanteile“. Die Grundlage, auf der die dauerhafte Spaltung des Selbst hervorgerufen wird, ist die herrschende Moral, das in einer Gesellschaft herrschende Wertesystem. Die fatale psychophysische Wirkung der heute herrschenden moralischen Struktur ist die Ursache dafür, daß der einzelne fortwährend die Verwüstung eines Teils seiner natürlichen Anlagen betreibt und das Kollektiv die Verwüstung der Natur. Daher plädiert der Autor für die Überwindung dieser Struktur – und somit auch für die Überwindung des heute herrschenden, auf dieser moralischen Struktur gründenden Systems.

Während er die Kritik der herrschenden moralischen Struktur in den Büchern Wandlung und Abrakadabra, der Avatar bin ich in philosophisch-poetischer bzw. in philosophisch-satirischer Manier vorträgt, also in einer jeweils spezifischen literarischen Form sowie in einem eigenen Stil – was bei manchen Verlegern offenbar zu Irritationen geführt hat -, zeichnet er im Essay Wir sind Krise das große Ganze aus philosophischer, psychologischer und historischer Sicht nach: wie die herrschende moralische Struktur von der hellenischen Führungsschicht einst entwickelt und zur Herrschaft gebracht wurde, wie sie von der Antike bis heute weiterentwickelt wurde und wie sie überwunden werden kann.
Um seine Positionen zu untermauern, greift er auf umfangreiches wissenschaftliches Material zurück, unter anderem auf Nietzsches Moralkritik, auf Bachofens Mutterrecht-Vaterrecht-Theorie, auf Forschungsergebnisse der Archäologin Marija Gimbutas, auf grundlegende Annahmen des Autors Gerhard Bott bezüglich der Ur- und Frühgeschichte des Menschen sowie auf grundlegende Ergebnisse der psychologischen Forschung, etwa auf jene Alice Millers und Erich Neumanns. Indem er dieses Material in einen übergeordneten Zusammenhang stellt, gelangt er zu einer eigenen, originalen Sichtweise hinsichtlich der Entstehung, der Entwicklung und der Wirkungsgeschichte der in Deutschland und Europa etablierten moralischen Struktur.

Es gilt: Der Dauerzustand der Krise in der Moderne wird nicht zuletzt durch die fatale psychophysische Wirkung der vom Autor so genannten „Hybridformen der Moral“ verursacht – der aus Anteilen der „Herren- und Sklavenmoral“ (Nietzsche) gebildeten Zwitterformen der Moral –, die im Zuge der Reformation und der Aufklärung aus der doppelten Moral des „geschichtlichen Christentums“ (Nietzsche) hervorgingen und in Form der bürgerlich-liberalen Moral erstmals zur Herrschaft gelangten.

Über die Explikation dieser Hypothese in Band I hinaus, finden sich in den Büchern …

  1. ein aus geschichtsphilosophischer und soziopsychologischer Sicht verfaßter Beitrag zur „Debatte um den deutschen Sonderweg“ (Band I);
  2. ein Beitrag zur interdisziplinären Patriarchatsforschung, in dem ich unter anderem die Entstehungsgeschichte des „patriarchalen Ichbewußtseinssystems“ (Über-Ich, Ich, Es) veranschauliche (Band I und Band II);
  3. Vorschläge, wie die aktuelle Gesellschaftstransformation, der philosophisch-psychologischen Vernunft gemäß, gestaltet werden kann, darunter eine politische Konzeption (Band II);
  4. eine Anleitung, wie die Überwindung oder wenigstens Milderung der moralbedingten Spaltung des Selbst durch die Integration des archetypisch (Ur-)Weiblichen gelingen kann (Band II).

3. Geist ist mehr als Verstand und Vernunft. „Geist“ bezeichnet das schöpferische Vermögen des einzelnen zur Selbst- und Weltgestaltung sowie das Vermögen weniger einzelner zur Selbst- und Welterschaffung, zur Erschaffung individueller und überindividueller Werte.
Ohne Geist ist alles nichts. Wo der schöpferische Geist unterdrückt wird – etwa durch den messianisch-totalitären Katholizismus, Protestantismus, Materialismus, Kapitalismus, Sozialismus, Faschismus, Positivismus –, läuft der Mensch grundsätzlich Gefahr, entmenschlicht und zu einem Schattendasein, zum Führen einer selbstentfremdeten Existenz, verurteilt zu werden.

4. Gott ist tot und wünscht angesichts der zahllosen Kapitalverbrechen, die man in seinem Namen verübt hat, nur noch eines: in Frieden zu ruhen.
Die Politik ist auch tot.
Der Journalismus ist sich da noch nicht ganz sicher.
Die Philosophie gehört seit jeher nur wenigen, am „allerwenigsten“ aber den Banken und Unternehmen und den Bildungsspießern, „Bildungsphilistern“ (Nietzsche). Da man hierzulande nicht mal mehr Philosophen – Nietzsche – und Gelehrte der Philosophie – R.D. Precht – auseinanderhalten kann, hier der entscheidende Unterschied: ein Philosoph ist, wie jeder echte Künstler auch, ein Schaffender aus innerer Notwendigkeit, dazu berufen, eine Welt zu erschaffen, ein subjektiv konzipiertes Zeichen- und Wertesystem, das dennoch immer über den Autor hinausweist.
Die Gelehrten der Philosophie hingegen legen die Werke der Philosophen aus und setzen diese miteinander in Beziehung, um sie nach und nach inhaltlich auszuschöpfen: so wenigstens die Idealvorstellung. Denn in Wirklichkeit werden die Gelehrten den Werken der großen Denker häufig nicht gerecht, mißverstehen sie und verwässern oder verfälschen sie daher, wenn sie diese interpretieren.
Mitunter geschieht es auch, daß ein Gelehrter, bewußt oder unbewußt, den Versuch unternimmt, die Werke großer Denker zu diskreditieren. So hat sich mir, um ein Beispiel zu nennen, der Eindruck aufgedrängt, daß es dem Autor R.D. Precht im Buch Wer bin ich und wenn ja, wie viele? nicht darum geht, dem Denken der großen Philosophen wie Nietzsche und Hegel gerecht zu werden, sondern vielmehr darum, die Werke dieser Ausnahmemenschen auf eine Stufe mit der Gelehrtenphilosophie zu stellen und, wenn möglich, durch das Abgleichen mit dem aktuellen Forschungsstand naturwissenschaftlicher Disziplinen als überholt abzuqualifizieren.
Wie auch immer, es gilt der Grundsatz: jeder Versuch, die Sprachkunstwerke der großen Denker zu diskreditieren, ist zum Scheitern verurteilt, weil jedes dieser Werke ein Stück Hochkultur ist.